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Kulturell und geografisch liegt die Schweiz mitten in Europa. Sie ist jedoch weder Mitglied der Europäischen Union (EU) noch des Europäischen Wirtschaftsraums (EWR). Die schweizerische Europapolitik ist wesentlich durch die Volksabstimmung von 1992 geprägt, in der ein Beitritt zum EWR abgelehnt wurde. Seither setzt sie auf den bilateralen Weg, der vom Stimmvolk wiederholt bekräftigt wurde. Zwischen der Schweiz und der EU wurden bilaterale sektorielle Abkommen abgeschlossen, die den Erfordernissen eines intensiven politischen und wirtschaftlichen Austauschs Rechnung tragen. Die beiden wirtschaftlich eng verflochtenen Partner (die Schweiz ist der drittwichtigste Absatzmarkt für die EU nach den USA und China, die EU der wichtigste Handelspartner der Schweiz*) gewähren sich dadurch in gewissen Bereichen einen weitgehenden gegenseitigen Marktzugang.

Das bilaterale Vertragswerk deckt ein breites Themenspektrum ab, das von der Personenfreizügigkeit über den Land- und Luftverkehr bis hin zu Bildung und Statistik reicht. Die Zusammenarbeit kann verschiedene Formen annehmen. Im Sicherheits- und Migrationsbereich ist die Schweiz assoziiertes Schengen-Mitglied und wirkt gleichberechtigt mit den EU-Mitgliedstaaten an der Ausarbeitung der Regeln mit. In anderen Bereichen wie Forschung, Umwelt, Bildung oder MEDIA beteiligt sich die Schweiz am europäischen Projekt, indem sie direkt an den entsprechenden EU-Programmen teilnimmt. Mit dem Bau alpenquerender Tunnel schliesslich leistet die Schweiz einen entschlossenen und solidarischen Beitrag zur Verflüssigung und Beschleunigung des europaweiten Verkehrs.

Die Zusammenarbeit erstreckt sich auch auf die Aussenpolitik. Die Schweiz leistet einen aktiven Beitrag zur Förderung von Stabilität und Wohlstand innerhalb und ausserhalb Europas, indem sie entsprechende Mittel bereitstellt (Erweiterungsbeitrag, Osthilfe) und sich an Friedensförderungsein-sätzen beteiligt (EULEX-Kosovo, EUFOR-Althea und zivile Polizeimission in Bosnien und Herzegowina).

*EU-Kommission, GD Handel, Switzerland Main Economic Indicators, 2010